Am 3. März 2025 fand in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) Jena das erste gemeinsame Treffen der Thüringer Notfallverbünde statt. Ziel der Veranstaltung war es, den Austausch und die Vernetzung der bestehenden Verbünde zu stärken, Erfahrungen zu teilen sowie aktuelle Herausforderungen und Chancen der Notfallvorsorge im Kulturgutschutz zu diskutieren.
An dem Treffen nahmen über 60 Teilnehmende teil. Vertreten waren Mitglieder aus fast allen zwölf Thüringer Notfallverbünden, ebenso Vertreterinnen und Vertreter der Feuerwehren, Interessierte aus Kulturinstitutionensowie Mitarbeitende des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK). Das breite Spektrum der Teilnehmenden machte deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Kulturinstitutionen, Verwaltung und Einsatzkräften für einen wirksamen Kulturgutschutz im Katastrophenfall ist.
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Judith Drühe, Geschäftsführerin des Kulturrats Thüringen, die Anwesenden und ordnete die Entwicklung der Notfallvorsorge im Freistaat ein. Sie betonte die Bedeutung der gewachsenen Strukturen der vergangenen Jahre:
„Seit 2019 ist die Notfallvorsorge im Kulturgutschutz im Kulturrat beheimatet und wir betrachten unsere Thüringer Notfallverbünde als eine Erfolgsgeschichte. In den Notfallverbünden sammelt sich viel Engagement und Weitsicht der Thüringer Kulturinstitutionen, um unser gemeinsames kulturelles Erbe zu bewahren und sich auf einen Notfall vorzubereiten.“
Einen fachlichen Überblick über die Arbeit und Entwicklung der Thüringer Notfallverbünde gab Ralf Seeber, Fachberater der Thüringer Notfallverbünde. In seinem Beitrag ging er auf die bisherigen Fortschritte, die wachsende Zahl der Verbünde sowie auf zukünftige Aufgaben in der Notfallprävention und im Krisenmanagement für Kulturgut ein.
Ein praxisnaher Einblick folgte durch Thilo Günther, Sprecher des Erfurter Notfallverbundes und Leiter der Außenstelle des Stasi-Unterlagen-Archivs in Erfurt. Er stellte die Entstehungsgeschichte, Struktur und Arbeitsweise des Erfurter Notfallverbundes vor und berichtete aus der praktischen Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen. Sein Beitrag verdeutlichte, wie wichtig funktionierende Netzwerke und klar abgestimmte Abläufe sind, um im Ernstfall schnell und koordiniert handeln zu können.
Das Treffen bot darüber hinaus Raum für Diskussionen, Erfahrungsaustausch und neue Kontakte zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren. Deutlich wurde dabei, dass die Thüringer Notfallverbünde nicht nur eine wichtige Rolle für die Notfallvorsorge und den Schutz von Kulturgut spielen, sondern auch als plattformübergreifende Netzwerke wirken, die Wissen, Ressourcen und Kompetenzen bündeln.
Ein besonderer Dank gilt der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) Jena, die den Austragungsort zur Verfügung gestellt und damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung geleistet hat.
Das erste landesweite Treffen markiert einen wichtigen Schritt für die weitere Stärkung der Thüringer Notfallverbünde und unterstreicht die gemeinsame Verantwortung für den Schutz des kulturellen Erbes im Freistaat Thüringen.